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Sambia - Allgemeine Info



Staatsform
Sambia ist seit 1964 eine Präsidialrepublik, die im Commonwealth vertreten ist. Die Verfassung stammt aus dem Jahr 1991, die letzte Verfassungsänderung wurde 1996 vorgenommen. Das Einkammerparlament besteht aus der Nationalversammlung mit 158 Abgeordneten (150 direkt gewählt, 8 werden vom Präsidenten ernannt) sowie dem ebenfalls vom Präsidenten ernannten dem Parlamentspräsidenten (also 159 Mandate). Sowohl der Präsident als auch die Parlamentsabgeordneten werden alle 5 Jahre direkt gewählt. Sambia ist seit dem 24. Oktober 1964 von Großbritannien unabhängig.

Verwaltungsgliederung:
9 Provinzen: Central, Copperbelt, Eastern, Luapula, Lusaka, Northern, North-Western, Southern und Western (vormals Barotsland).

Geografie
Die Republik Sambia, ist ein Binnenstaat im südlichen Zentralafrika zwischen 8. und 18. Grad südlicher Breite und 12. und 34. Grad östlicher Länge gelegen und durch eine Ausbuchtung des zairischen Territoriums nahezu zweigeteilt. Es grenzt im Westen an Angola, im Norden an die Demokratische Republik Kongo, im Nordosten an Tansania, im Osten an Malawi, im Südosten an Mosambik, im Süden an Simbabwe und Botswana und den Caprivi (Namibia).
Der größte Teil Sambias besteht aus relativ wenig reliefierten Hochebenen zwischen 1.000 und 1400 m ü. NN. Diese Hochebenen sind allerdings sehr unterschiedlich. Im Norden stellt das Bangweulubassin den Boden eines riesigen Kraters dar, das im Süden von der Hochebene des Copperbelt, im Westen vom langen Luapulatal, im Norden von den Mporokosobergen und im Osten vom Muchinga-Gebirge begrenzt wird. Entlang dieses Gebirges zieht sich von Nord nach Süd das Luangwatal, das im Norden von Ausläufern des südlichen tansanischen Hochlandes und im Osten durch die Mafinga Hills begrenzt wird, die in das zentrale Hochland von Malawi übergehen und in denen sich die höchste Landesstelle befindet, der Mafinga mit 2.300 m NN. Der Westen Sambias mit dem Quellgebiet des Sambesi ist ein flaches Sandgebiet der Kalahari-Wüste, das nach Süden hin sanft abfällt. Erst entlang des Sambesi-Steilhanges finden sich dramatische Reliefs.

Klima
Sambia hat mildes tropisches Klima, das durch die Höhenlage gemäßigte Temperaturen aufweist. Es gibt drei Jahreszeiten:
Eine kühle Trockenzeit von Mai bis September mit Temperaturen zwischen 15 und 27 °C. In den Monaten Juni und Juli können die Morgentemperaturen auf 10 °C und die Nachttemperaturen auf 4 °C absinken.
Eine heiße Trockenzeit im Oktober und November mit Temperaturen zwischen 24 und 32 °C.
Eine heiße, schwüle Regenzeit von Dezember bis April mit heftigen tropischen Stürmen. Die durchschnittlichen Temperaturen liegen in dieser Zeit zwischen 27 und 38 °C. Tagsüber wechseln sich sehr starke Regenschauer mit stellenweise sonnigem Wetter ab.

Bevölkerung / Ethnien
98,7 % der Bevölkerung sind Schwarzafrikaner, die 72 verschiedenen Bantusprachigen ethnischen Gruppen angehören. Die größten Völker in Sambia sind: Bemba, Luba, Nyanja (einschließlich Chichewa, Nsenga und Ngoni), Tonga (einschließlich Lenje, Soli und Ila), Lunda, Luvale, Kaonde sowie Lozi. Ausserdem kleine Minderheiten von Europäern (1,2 %), Inder und 0,7 % Buschleute

Sprache
Es werden hauptsächlich Bantusprachen gesprochen. Amtssprache ist Englisch und daneben 7 offiziell anerkannte Stammessprachen: Bemba (31%), Nyanja (16%), Lozi (9%), Tonga, Lunda, Kaonde, Luvale sowie 72 Dialekte

Religion
Überwiegende Religionsgruppe ist das Christentum in vielen, auf unterschiedliche Missionstätigkeit zurück gehenden Denominationen (ca. 50 %; davon 27 % Protestanten, 26,3 % katholisch, 25 % neuapostolisch. Daneben bestehen zu 24-49 % Naturreligionen in Sambia. Es gibt auch Hindus und 1,1 % Muslime (überwiegend sunnitisch, wachsender Einfluss des Islam im Norden und Osten).

Soziale Lage
Sambia gehört zu den Ländern mit der höchsten HIV-Infektionsrate. Dies erklärt den starken Rückgang der Lebenserwartung in den letzten fünfzehn Jahren von 60 (im Jahr 1990) auf inzwischen nur noch 37 Jahre (bei den Frauen) beziehungsweise 38 Jahre (bei den Männern) Rund die Hälfte der 11,9 Millionen Einwohner sind Kinder, Im Jahr 2006 gab es 750.000 AIDS-Vollwaisen in Sambia. Die Auswirkungen der HIV/Aids-Pandemie haben die Armutssituation noch weiter verschärft. Für das Jahr 2015 wird mit einer Million Waisen gerechnet, was 20 Prozent der Kinder im Land entspräche. Die meisten der Waisen werden keine formale Schulausbildung erhalten. Sechs Prozent leben auf der Straße, UNICEF spricht von zehn Prozent. Nur ein Prozent findet Platz in einem Waisenhaus.

Gesundheitsversorgung
Das Gesundheitswesen in Sambia ist offiziell kostenlos. Medizinische Einrichtungen werden vom Staat, den Minen im Kupfergürtel oder Kirchen und Missionen unterhalten. Weil Medikamente oftmals Mangelware sind, müssen sich Patienten diese jedoch auf eigene Kosten in den Apotheken kaufen. In ländlichen Gebieten sind Fahrtzeiten zum nächsten Arzt von mindestens 2 Stunden eher die Regel als die Ausnahme. Man stelle sich die Zeitspanne vor, die man dann per pedes unterwegs ist. Ein Hauptproblem der medizinischen Versorgung ist im katastrophalen Mangel an ausgebildetem Personal zu sehen. Zwar bildet Sambia genügend medizinische Fachkräfte aus, diese werden aber sehr schnell in andere Länder abgeworben. So arbeiten bsw. viele Ärzte wegen den höheren Gehältern in Südafrika, Botswana, Simbabwe oder Großbritannien. Sehr viele Krankenschwestern wurden und werden nach Großbritannien abgeworben, wo sie nun als billiges Pflegepersonal zumeist in Altersheimen tätig sind. Dort verdienen sie für britische Verhältnisse zwar nicht viel, gelten aber für sambische Einkommensstrukturen als Großverdiener.
Neben der Schulmedizin existiert parallel das traditionelle Heilwesen. Dieses basiert auf der Heilung mit Hilfe von Naturprodukten und der tief verankerten Überzeugung, dass nur der Heiler die spirituellen Kräfte hat, um die zur Genesung erforderlichen Verbindungen zur spirituellen Welt aufnehmen zu können. Dieser Glaube ist vor allem auf dem Lande so fest in den Vorstellungen der Menschen verankert, dass meist parallel Arzt und Heiler aufgesucht werden.
Die Säuglingssterblichkeit lag im Jahr 2008 bei 100 je 1.000 Geburten, die Müttersterblichkeit bei 830 je 100.000 Geburten. Nur 43% der Geburten konnten medizinisch betreut werden. Die Lebenserwartung war bei den Frauen mit 37 Jahren etwas geringer als bei den Männern mit 38 Jahren.

Wirtschaft
Allgemeines
Landwirtschaft und Kupfer- und Cobaltbergbau und -verhüttung im Copperbelt, einem Bergwerksdistrikt im Norden, mit großen Städten wie Kitwe, Ndola, Mufulira usw. sind die tragenden Sektoren der Wirtschaft in Sambia. In Kabwe (im zentralen Sambia) wird auch Zinn- und Bleibergbau betrieben. Dienstleistungen und Industrie sind noch unterentwickelt. Trotz aller wirtschaftlicher Anstrengungen zählt Sambia nach wie vor zu den ärmsten Ländern der Welt: noch 2003 belief sich der Anteil der Bevölkerung mit weniger als 1 US-Dollar pro Tag auf 64 %
80 % der Bevölkerung sind in der Landwirtschaft beschäftigt, weitere 14% im Bergbau. Die Kupferindustrie ist eine der Hauptquellen des Bruttoinlandsproduktes und der Staatseinnahmen. Kupfer und Kobalt steuern mehr als 75 % (1997) der zambischen Exporteinnahmen bei, während weitere 3 % durch andere Bergbauprodukte wie Blei, Zink oder Edelsteine erwirtschaftet werden. Durch die starke Bedeutung des Kupferbergbaus wurde Sambia in den letzten Jahren stark durch die Probleme dieses Sektors getroffen. So ging die Kupferproduktion von 755.000 t im Jahr 1969 bis auf 260.000 t (1999) zurück, was einem Weltmarktanteil von 2,1 % entsprach und Zambia 1999 auf Platz zwölf der kupferproduzierenden Länder stellte. Bedingt durch die steigenden Kupferpreise konnte die Produktion im Jahre 2005 wieder auf 550.000 t gesteigert werden. In der Bergbauindustrie Sambias sind zur Zeit etwa 37.000 Menschen beschäftigt. Damit ist die Kupferindustrie der wichtigste private Arbeitgeber.
Sambia hat gutes Agrarland, aber nur 10 % davon werden genutzt. Über Jahrzehnte hinweg wurden Agrarinvestitionen nur in den Maisanbau gesteckt, was eine sinnvolle Diversifizierung und somit die Verbreitung von Kenntnissen in Anbaumethoden sowie in Vermarktung und Verarbeitung anderer Agrarprodukte wie Kaffee oder Baumwolle faktisch verhinderte. Saatgut, Kunstdünger, Transport dienten dem Staat nur als Grundlage für Interventionen im Sinne seiner Ziele.
Mit dem Fall des Kupferpreises ab den 1970er Jahren geriet das Land in eine wirtschaftliche Krise. Es gab keinen weiteren wirtschaftstragenden Sektor mehr. Es folgten Importkontrollen. Der Staat achtete darauf, dass die sambische Agrarproduktion nur im Inland vermarktet wurde und blockierte so eine Agrarerzeugung für den Weltmarkt.
Ab 1991 erzwangen IMF und Weltbank etliche Reformen, darunter die Privatisierung nicht nur der Kupferproduktion, sondern auch der Zulieferer für die Agrarwirtschaft. Trotzdem ist bis heute der staatliche Einfluss bei der Verteilung von Saaten und Kunstdünger überall präsent. Der Umschwung von einer Kommandowirtschaft zu einer Marktwirtschaft ist noch lange nicht vollzogen.
Die Privatisierung hat nicht nur gute Früchte getragen, denn die staatlichen Agenturen wurden nur für lukrative Gegenden verkauft und brachen zu anderen Teilen einfach weg. Schwache Regionen, vor allem schwer erreichbare, standen plötzlich ohne jede Versorgung da. Im Bangweulubassin und in den oberen Sambesiprovinzen hat das zur Verarmung geführt. Zudem wurden Preisschwankungen prinzipiell zu Lasten der Bauern genutzt. Dazu kamen eine hohe Inflation der Landeswährung Kwacha’ und demgemäß hohe Kreditzinsen. Die Regierung wiederum achtet auch heute nur auf die Maisproduktion und übt sich in allen anderen Bereichen im laisser faire. Das treibt die Entwicklung nicht voran.

Staatsausgaben
Zwischen 1992 und 2000 lag der Anteil der Staatsausgaben für
• das Gesundheitswesen bei 13 %
• das Bildungswesen bei 14 %
• das Militär bei 4 %


Bildung
In den 70er Jahren baute der Staat ein qualitativ hochwertiges Bildungssystem auf. Seit dem Verfall der Kupferpreise Ende der 70er Jahre geriet das Land aber in eine Spirale von wirtschaftlichem Niedergang und Verschuldung. Heute fehlen ca. 2.000 Schulgebäude, 10.000 Lehrer und Millionen von Schulbüchern.
In Sambia gilt eine Schulpflicht für die Primarstufe (Primary School), welche die Klassenstufen 1. – 7. umfasst. Die Unterrichtung der Kinder in der Primary School ist offiziell kostenlos. Dennoch hat fast jede Schule einen eigenen Schulfonds, über den notwendige Anschaffungen etc. finanziert werden. Da viele Familien, vor allem auf dem Land, diese Gelder nicht zahlen können, zumal auch die obligatorische Schuluniform von den Eltern finanziert werden muss, gehen Schätzungen davon aus, dass ca. ein Drittel der schulfähigen Kinder nur kurzzeitig oder nie die Schule besuchen. Generell wird eine Abschlussprüfung nach Abschluss der 7. Klasse abgelegt. Wer diese besteht hat die Möglichkeit die weiterführende Schule zu besuchen. Neben der Primarstufe gibt es die weiterführende Schule (Secondary School), welche die Klassenstufen 8. – 12. umfasst. Der Besuch dieser Bildungseinrichtung muss von den Eltern voll finanziert werden. Secondary Schools befinden sich meist nur in Ballungszentren. Viele Eltern können, auch wenn sie die Gebühren zahlen könnten, ihre Kinder deshalb nicht weiter zur Schule schicken, da die Kinder dann auswärts leben müssten und somit auch die Unterbringung und Versorgung finanziert werden müsste. Jeweils nach der 9. und der 12. Klasse müssen Prüfungen abgelegt werden. Nur wer die Prüfung in der 9. Klassenstufe besteht, darf die Klassen 10. – 12. absolvieren. Das Schuljahr in Sambia ist unterteilt in drei Trimester (drei Monate Unterricht) mit jeweils einer Unterbrechung von einem Monat Ferien. Sambia hat enorme Schwierigkeiten das vorhanden Bildungssystem aufrechtzuerhalten. Durch die wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Staates und das Sterben einer großen Anzahl Lehrer an Aids liegt das Schüler-Lehrer-Verhältnis an vielen staatlichen Schulen z.Zt. bei ca. 46 zu 1. Daher wird es immer üblicher, dass viele Grundschulen in drei Schichten unterrichten, um überhaupt alle Schüler unterrichten zu können. Auch werden immer mehr Absolventen der 12. Klasse ohne jede Ausbildung zeitweise als Lehrer für den Schuldienst verpflichtet. Mittlerweile treten auch Fälle auf, mehrere Klassenstufen gemeinsam in einem Raum von einem Lehrer unterrichten zu lassen. Ein weiteres Problem im ländlichen Raum ist in der Schuldichte zu sehen. Viele Schüler müssen einfache Schulwege von 10-15 km zu Fuß zurücklegen. Diese körperlichen Anstrengungen gepaart mit einer oftmals mangelhaften Ernährung lassen kaum gute Ergebnisse erwarten.
In den 90er Jahren wurden die Schulgebühren eingeführt, die Lehrergehälter sanken, die Abbruchsquote stieg. Selbsthilfe-Schulen, in denen meist Freiwillige gegen Lebensmittel die Kinder unterrichten, entstanden an vielen Orten.

Flagge
Sambia - in Kürze
Amtssprache Englisch
Hauptstadt

Lusaka (~2 Mio Einwohner
-2010)

Staatsform Republik
Staatsoberhaupt und Regierungschef Michael Sata
(seit Sept. 2011)
Fläche 752.614 km²
Land: 740.724 km²
Wasser: 11.890 km²
Einwohnerzahl ca . 13,1Mio ( 2010)
Bevölkerungs-wachstum 2,9% pro Jahr (2010)
Bevölkerungsdichte 14,9 Einwohner pro km²
BIP 15,8 Mrd USD (2010)
BIP/Einwohner 1200 USD (2010)
BIP nach Sektor -Landwirtschaft: 22%
-Industrie: 29%
-Dienstleistungen: 48,9%
Erwerbstätige 4,8 Mio(2005)
Arbeitslosenquote 50% (2005)
Bevölkerung unterhalb
der Armutsgrenze
-weniger 1 USD/Tag
86% (2005)
64% (2003)
Währung Kwacha=100 Ngwee
Wechselkurs 1 EUR = 6.924,35 sambische Kwacha (01. Juli 2011)
Inflationsrate Inflationsrate 18,3% (2005)
Unabhängigkeit 24.10.1964 von Großbritannien
Zeitzone UTC +2
KFZ-Kennzeichen Z
Internet-TLD .zm
Telefon-Vorwahl +260
   
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Quellen: Wikipedia, Auswärtiges Amt, Kindernothilfe e.V. u.a.
Die Informationen beruhen auf den zum angegebenen Zeitpunkt (06/2011) verfügbaren und als vertrauenswürdig eingeschätzten Informationen u.a. des Auswärtigen Amts. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit kann nicht übernommen werden

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